ARCHIV FÜR Oktober 2018

Di. 23.10.2018 / 20:00

SONDERVERANSTALTUNG – KÖNNTE NICHT MEHR BESSER SEIN

Ein Film von Mirjam Kendler & Fabian Exter Eine Produktion in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Landsberg / gefördert von Aktion Mensch

© Mirjam Kendler

Theater mit einem ganz besonderen Ensemble – auch jenseits der Bühne. Wünsche und Träume entstehen… Ein feinfühliger Dokumentarfilm, der die Herzen berührt ohne sentimental zu sein – der Mut macht und positiv stimmt. Der Zuschauer bekommt einen ungefilterten Einblick in die Lebenswelten der einzelnen Darsteller. Uwe (52) und Fabian (30) stehen im Mittelpunkt. Fabian, der sich so souverän auf der Bühne bewegt und ganz natürlich vor der Kamera steht, malt beeindruckende Bilder und schreibt Gedichte, aber kommt bei der Bedienung eines Fahrkartenautomaten an seine Grenzen. Der Film zeigt, wie die Proben den beiden und weiteren Schauspielkollegen der „Lebenshilfe“, zu mehr Selbstvertrauen verhelfen und wie es „einen puscht und Lebensfreude gibt“, wie Uwe es formuliert. Uwe hatte vor zehn Jahren einen lebensverändernden Unfall. Er erzählt seine Geschichte und wir erleben seinen grenzenlosen Optimismus – könnte nicht mehr besser sein – eben…

Eintritt Frei, Spenden sind erwünscht.

Mi. 31.10.2018 / 20:00

Drei Farben: ROT

Brüderlichkeit ist das Thema des letzten Teils der Drei-Farben-Trilogie.

© DR-MK2

Valentine, eine Studentin, die als Fotomodell ihr Geld verdient, steckt gerade in einer Beziehungskrise. Auf dem Heimweg von einem Fototermin fährt sie den Schäferhund eines pensionierten Richters an. Auf der Suche nach dem Besitzer des verletzten Tiers begegnet sie einem älteren, zynischen Mann, der sich scheinbar aus der Welt zurückgezogen hat. Es beginnt eine sonderbare Beziehung zwischen den beiden, die die Grenzen zwischen Zufall und Schicksal verschwimmen lässt. Die Filmkritik feierte den Film als glänzenden Abschluss seiner Trilogie, als ein stets tiefgründiges und vielschichtiges Panorama menschlicher Verständigungs- und Entfremdungsformen, geprägt von einem humanen Interesse am Schicksal der Mitmenschen.

Mi. 31.10.2018 / 18:00

Drei Farben: WEISS

Das Thema des zweiten Teils der Drei-Farben-Trilogie ist die Gleichheit.

© DR-MK2

Die Beziehung zwischen Karol, einem polnischen Friseur, und der schönen Dominique, von der er sich abhängig erweist, erscheint als Gegenentwurf zur Gleichheit. Als Dominique Karol verstößt, da er ihren sexuellen Leidenschaften nicht mehr gerecht wird, bricht für ihn eine Welt zusammen. Hoffnungslos verlässt er Frankreich und geht zurück nach Polen. Dort kauft er eine nicht mehr identifizierbare Leiche und inszeniert seinen eigenen Tod, um Dominique nach Polen zur Beerdigung zu locken. Der Plan gelingt, zunächst sieht es nach einer Racheintrige aus, doch letztlich ist die Wiederherstellung der Gleichheit sein Motiv.

Di. 30.10.2018 / 20:00

Drei Farben: BLAU

In Zusammenarbeit mit dem Hospiz- und Palliativverein Landsberg e.V.

© DR MK2

Drei Farben: BLAU ist der erste Teil der Spielfilm-Trilogie (Drei-Farben-Trilogie) des großen polnischen Regisseurs Krzysztof Kieślowski über die Schlagworte der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – benannt nach den drei Farben der Flagge: Blau, Weiß, Rot. Das Thema des ersten Films der Trilogie ist die Freiheit. Der Film beginnt mit einem schweren Verkehrsunfall. Die allein Überlebende Julie, die dabei ihre einzige Tochter und ihren Mann, einen berühmten Komponisten, verliert, versucht danach nicht, sich mit der Situation zurechtzufinden und ihre Trauer zu bewältigen. Sie scheitert an einem Suizidversuch. Anschließend bricht sie radikal mit dem bisherigen Leben, versucht vor der eigenen Erinnerung zu flüchten und baut sich eine vollkommen neue Existenz auf. Die Freiheit, die die Protagonistin wählt, indem sie sich von allen Dingen des vorherigen Lebens trennen möchte, führt nicht zum gewünschten Ziel. Erst als sie sich auf die Vergangenheit einlässt, Kontakt zu einem alten Freund aufnimmt und an der unvollendeten Komposition ihres Mannes weiterarbeitet, gelingt es ihr, sich von ihrem Schmerz zu befreien. Der Film wurde in den Jahren 1993/94 mit vielen wichtigen Hauptpreisen für die Regie, das Drehbuch, die Kamera, die Musik und die Hauptdarstellerin Juliette Binoche für ihre Darstellung gewürdigt.

Mo. 29.10.2018 / 20:00

IN DEN GÄNGEN

Eine Supermarkt-Tragikomödie über den menschlichen Mikrokosmos zwischen den Regalen.

©-2018-Zorro-Film.jpg

Der wunderbare Film erzählt von einer zarten Liebe, die in dem geschützten Kosmos eines Großmarkts, inmitten einer Atmosphäre von familiärer Freundschaft und Zugehörigkeit, gedeiht und außerhalb des Marktes keine Chance hätte. Christian ist neu im Großmarkt. Schweigend taucht er in das unbekannte Universum ein: die langen Gänge, die ewige Ordnung der Warenlager, die surreale Mechanik der Gabelstapler. Bruno, der Kollege aus der Getränkeabteilung, nimmt sich seiner an, zeigt ihm Tricks und Kniffe, wird ein väterlicher Freund. Und dann ist da noch Marion von den Süßwaren, die ihre kleinen Scherze mit Christian treibt. Als er sich in sie verliebt, fiebert der ganze Großmarkt mit. Doch Marion ist verheiratet – nicht sehr glücklich, wie es heißt. Plötzlich ist sie krankgeschrieben. Christian fällt in ein tiefes Loch. Sein altes, elendes Leben droht ihn wieder einzuholen. Der Film öffnet den Blick für die Lebenswelt eines einfachen Angestellten in der Provinz. In streng komponierten Bildern entfaltet sich eine Choreografie von Menschen und Dingen, Realität, Sehnsucht und Traum. Alltägliches verwandelt sich in magischen Realismus, der über die zarte Liebesgeschichte hinaus vorsichtig auf das Prinzip Hoffnung verweist.

Mo. 22.10.2018 / 20:00

FOXTROT

Ein tiefgreifendes Nachdenken über den palästinensisch-israelischen Konflikt.

© NFP marketing & distribution Foto Giora Bejach

Ein Klopfen an der Tür verändert das Leben des wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seiner Frau Dafna. Die Nachricht vom Tod ihres Sohnes Jonathan, der gerade seinen Militärdienst leistet, wirft Leben, Psyche und Ehe des Paares aus der Bahn. Getrieben von tiefer Trauer und Verständnislosigkeit entwickelt sich in Michael ein Sturm aus rasender Wut, geprägt von Unsicherheiten und Traumata. Doch plötzlich nimmt die Geschichte eine unvorhersehbare Wendung, die das Schicksal der ganzen Familie in eine neue Richtung lenkt. Neben den Elementen des Antikriegs-Dramas und einer Tragikomödie beinhaltet der Film auch Elemente eines Familiendramas, ist dabei aber durchgehend mit einem speziellen Humor und einer gewissen Satire gespickt. Von der internationalen Kritik gefeiert und mit zahlreichen Auszeichnungen auf den internationalen Filmfestivals (Venedig, Toronto, Sundance) prämiert, wurde der Film zunächst sehr umstritten aufgenommen, vor allem in Israel, erhielt aber im Laufe der Rezeption die hochverdiente Anerkennung.

Mo. 15.10.2018 / 20:00

TRANSIT

Christian Petzold hat den Roman von Anna Seghers verfilmt.

© 2018 Schramm Film

Anna Seghers´ Roman “Transit“ handelt von der Flucht vor den Nazis. Christian Petzold hat das Buch verfilmt, als spiele es in der absoluten Gegenwart. Das ist erschreckend plausibel. Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In der Hafenstadt darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Einreisegenehmigungen für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht. Georg nimmt die Identität von Weidel an, versucht eine der wenigen Schiffspassagen zu ergattern. Schauplatz des Films ist das heutige Marseille, in dem sich die Figuren aus der Vergangenheit bewegen. Geflüchtete von damals treffen auf Geflüchtete von heute, die Geschichte trifft auf die Gegenwart, und alle Erzählungen verbinden sich zu einem ewigen Transitraum. „Eine Windstille der Geschichte“ spüre er darin, sagt Christian Petzold. Unbedingt sehenswert!

Di. 09.10.2018 / 20:00

OTEZ-MOI D´UN DOUTE / EINE BRETONISCHE LIEBE OmU Cinema Français

Eine kunstvolle Komödie über die großen Themen der menschlichen Existenz.

©2017 Arsenal Filmverleih

Jede Familie hat ihre Geheimnisse, lebt mit den kleinen und großen Lügen, den Brüchen des eigenen Daseins. Die einen halten sie unter der Oberfläche der bürgerlichen Existenz verborgen, andere tragen sie offen zur Schau und wieder andere wissen gar nichts von den eigenen Geheimnissen – so wie Erwan. Er ist Bombenentschärfer. Einst rettete er Leben in den Kriegsregionen dieser Welt, doch als seine Frau starb, kehrte er nach Frankreich zurück, um sich um die gemeinsame Tochter Juliette zu kümmern. Die ist nun erwachsen – und schwanger. Von wem, weiß sie nicht oder gibt vor, es nicht zu wissen. Um einen genetischen Defekt auszuschließen, den einige Familienmitglieder tragen, machen sie und Erwan einen DNA-Test. Der bringt zutage, dass der Mann, den Erwan seit mehr als 40 Jahren für seinen Vater gehalten hat, gar nicht sein biologischer Vater ist. Selten hat jemand mit so viel Witz und Ernsthaftigkeit zugleich von den Tragödien der menschlichen Existenz erzählt. Banale Familiengeschichten? Die gibt es nicht – schon gar nicht so klug und schön erzählt.

Mo. 08.10.2018 / 20:00

ES GEHT DURCH DIE WELT EIN GEFLÜSTER

Zeitzeugen der Münchener Revolution & Räterepublik 1918/19 berichten.

© Ulrike Bez

Zwischen dem 7. November 1918 und dem 1. Mai 1919 ändert sich das politische Gesicht Bayerns vollständig. In München, dem Hauptschauplatz des Umbruchs wird die Monarchie gestürzt. In der Nacht zum 8. November in der ersten Sitzung der Arbeiter- und Soldatenräte ruft Kurt Eisner den „Freistaat Baiern“ aus und wird erster Ministerpräsident: „Die Dynastie der Wittelsbacher ist abgesetzt und „Baiern“ ist fortan ein Freistaat!“ In der Folge kämpfen revolutionäre und konservativ-reaktionäre Kräfte ein halbes Jahr lang mit allen Mitteln um die Macht. Die Räterepublik wird mit äußerster Gewalt niedergeschlagen.

Diese ungewöhnlich und gut recherchierte Doku der Autorin und Regisseurin Ulrike Bez ist mit 50 Minuten der erste Teil dieses Abends dem sich ein Gespräch mit der Regisseurin und der Historikerin Dr. Edith Raim anschließt. Danach ist ein Austausch mit dem Publikum vorgesehen. Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und wünschen einen intensiven Abend.

Ulrike Bez

Dr. Edith Raim

Mo. 01.10.2018 / 20:00

ISLE OF DOGS – ATARIS REISE

Zerzauste Hunde proben den Aufstand gegen ein faschistisches Regime.

©2018 twentieth century fox

Erzählt wird die Geschichte von Atari Kobayashi, dem 12-jährigen Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als durch einen Regierungserlass alle Hunde der Stadt Megasaki City auf eine riesige Mülldeponie verbannt werden, macht sich Atari allein in einem Miniatur-Turboprop auf den Weg und fliegt nach Trash Island auf der Suche nach seinem Bodyguardhund “Spots“. Dort freundet er sich mit einem Rudel Mischlingshunde an und bricht mit ihrer Hilfe zu einer epischen Reise auf, die das Schicksal und die Zukunft der ganzen Präfektur entscheiden wird. Nach “Der fantastisch Mr. Fox“ ist dies Wes Andersons zweiter Animationsfilm. Wieder erschafft der Regisseur ein detailreiches Universum, das seine ganz eigenen Wirklichkeiten und Gesetze entwickelt. Auch wenn böse Schurken auftreten und die Vierbeiner brutal jagen, bleibt der Film eine Fabel. Wundersamerweise verstehen wir die Tiere, während das, was die Menschen sagen, zum größten Teil übersetzt werden muss. Ataris skurrile Gefährten King, Duke, Rex, Bob und Chief konfrontieren uns mit den wesentlichen und alle betreffenden Fragen: „Wer sind wir? Und wer wollen wir sein?“. Für diesen wunderbaren Animationsfilm erhielt Wes Anderson im Februar 2018 auf der Berlinale den Silbernen Bären.