ARCHIV FÜR Mai 2019

Mo. 27.05.2019 / 20:00

VORHANG AUF FÜR CYRANO

Ein unglaublich schneller, verspielter, höchst vergnüglicher Film, der auch das Theater selbst feiert.

© 2019 Studiocanal

Irrungen und Wirrungen sind vorprogrammiert, während im Theater das Chaos herrscht, Widrigkeiten und Hindernisse sich häufen, aber ein Mann seine Vision verwirklicht und ein unsterbliches Meisterwerk erschafft, das – wie man am Ende hört – im Lauf des letzten Jahrhunderts mehr als 20.000-mal überall auf der Welt aufgeführt wurde. Die Geschichte von „Cyrano de Bergerac“ kennt jeder, sie wurde im historischen, aber auch im modernen Kontext mannigfaltig verfilmt. Der Film VORHANG AUF FÜR CYRANO wirft nun einen köstlich-beschwingten Blick darauf, wie dieses Werk zum Leben erweckt wurde. Das Stück ist eine Tragödie mit komischen Elementen, der Film ganz und gar Komödie, aber ohne auf die große Dramatik zu verzichten. Es ist aber vor allem der Wortwitz und die auf hohem Niveau funktionierende Situationskomik, die dafür sorgt, dass die zwei Stunden Laufzeit wie im Flug vergehen. Viel Vergnügen!

Mo. 20.05.2019 / 20:00

AUFBRUCH ZUM MOND / FIRST MAN

Ein erzählerisches und audiovisuelles Meisterwerk.

© 2018 Universal Pictures

Regiewunderkind Damien Chazelle zieht es ins Weltall. Sein Biopic zeigt uns Neil Armstrong von einer Seite, wie wir sie noch nicht gesehen haben – unter anderem in atemberaubenden Bildern. Neil Armstrong ist ein ehemaliger Navy-Pilot, der sich seit dem tragischen Tod seiner zweijährigen Tochter wie wild in die Arbeit stürzt. Er hat klar ein Ziel vor Augen: Als erster Mensch in der Geschichte will er einen Fuß auf den Mond setzen. Als seine Frau ihn eines Tages mit ihrer Angst konfrontiert, steht der junge Mann vor der Entscheidung: Familie oder Karriere? Lange kann er nicht nachdenken, denn schon bald unterbreitet man ihm das Angebot für einen Flug auf den Mond. Der Film ist kein patriotischer Heldenfilm, sondern ein intimes Charakterporträt. Hier geht es nur sekundär um die Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt. Stattdessen steht das Leben der Familie Armstrong im Mittelpunkt. Auch auf einer weiteren, ethischen Ebene wird die Mission hinterfragt. Darf man zu Gunsten der Weltraumforschung Menschenleben aufs Spiel setzen? In welchem Verhältnis stehen die horrenden Summen Forschungssummen zum Nutzen für die Gesellschaft? All diese Elemente bringen eine besondere Intensität in den wunderbaren Film, der obendrein mit einer spektakulären Optik aufwarten kann, mit seinen kristallklaren, aufs Wesentliche reduzierten Bildern.

Mi. 15.05.2019 / 19:00

TRUE WARRIORS

Filmabend und Gespräch. Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung

© 2017 Filmdisposition Kino

Der Dokumentarfilm TRUE WARRIORS erzählt die Geschichte hinter einer scheinbar alltäglichen Nachrichtenmeldung: Eine Theatergruppe in Kabul mit einem Stück über Selbstmordanschläge wird zum Ziel eines Selbstmordanschlags. Dabei war die Intention des Theaterstücks, ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Der Film dokumentiert das Leben der Künstler_innen nach dem Anschlag. Die Betroffenen berichten davon, wie sie mit den Folgen des Traumas umgehen. Einige fliehen nach Europa. Andere wagen als Künstler_innen mehr und bleiben in Kabul. Sie versuchen dem Terror mehr entgegenzusetzen als Hass und Angst. TRUE WARRIORS handelt nicht nur von Tragik, sondern viel mehr von Mut und davon, wie man an Schicksalsschlägen wächst.

Eintritt frei.

Anmeldungen bitte unter: www.fes.de/veranstaltung/veranstaltung/detail/237028/

Mo. 13.05.2019 / 20:00

EINE UNERHÖRTE FRAU

Kreiskulturtage 11.-26.05.19 : Ein Filmbeitrag zum Thema MUT.

© 2016 Central Film

Im Film wird die Geschichte der schwer kranken Magdalena und ihrer Mutter Hanni erzählt. Sie suchen verzweifelt einen verständnisvollen Arzt, um Magdalena zu retten, die unter schweren Kopfschmerzen und  anderen qualvollen Symptomen leidet. Jahrelang will niemand glauben, dass Magdalena schwer erkrankt ist, bis Mutter Hanni die Sache selbst in die Hand nimmt. Endlich wird festgestellt, dass ein Gehirntumor die Ursache für die Leiden des Mädchens ist. Sie reist in die USA, um einen Spezialisten um eine Operation für ihre Tochter zu bitten. Der Mediziner erklärt sich dazu bereit, die Operation in Deutschland vorzunehmen. Magdalena übersteht die Operation – entgegen der Prognose – gut. Parallel läuft die Handlung der jungen Hanni Schwaiger, die bereits als Jugendliche eine Gerichtsverhandlung um einen schweren Missbrauch an ihr durchgestanden hat. Der Film erhielt zu Recht viele wichtige Film- und Fernsehpreise.

So. 12.05.2019 / 11:00

VAN GOGH – AN DER SCHWELLE ZUR EWIGKEIT

Ein außerordentlicher Film über einen außerordentlichen Maler.

© 2019 DCM

Viele große Regisseure wie Robert Altman, Vincente Minnelli oder Akira Kurosawa haben sich mit Vincent van Gogh beschäftigt, über keinen Maler gibt es so viele Filme wie über ihn. Sicher kein Zufall, gelingt van Gogh doch etwas, wonach auch die besten Regisseure streben: Nicht zu erzählen, sondern durch Bilder Emotionen zu evozieren. Weniger um eine konventionelle Narration geht es somit auch Julian Schnabel in seinem Film, weniger um ein Abhaken der bekannten Daten von van Goghs Biographie, sondern um den Versuch anzudeuten, wie van Gogh die Welt sah. Weite Passagen des Films bestehen aus impressionistischen Aufnahmen, gefilmt vom brillanten Kameramann Benoît Delhomme, der ebenfalls Maler ist und zusammen mit Julian Schnabel Bilder gefunden hat, die es schaffen, anzudeuten, was van Gogh gesehen haben mag: Gleißendes, mal weiches, mal hartes Licht, satte Farben, geprägt von dem Gelb der Felder, dem Grün der Blätter, dem Blau des Himmels, das van Goghs Gemälde prägt. Zunehmend von Verzweiflung  ist das markante Gesicht von Willem Dafoe gezeichnet, der van Gogh weniger spielt, als mit ganzem Einsatz verkörpert. Selten wurde der Schaffensprozess eines Künstlers so authentisch auf die Leinwand gebracht wie es Schnabel, Defoe und Delhomme gelungen ist.

Di. 07.05.2019 / 20:00

LAZZARO FELICE / GLÜCKLICH WIE LAZZARO

CINEMA ITALIANO OmU

© 2018 Piffl Medien

Auf dem abgeschiedenen italienischen Landgut „Inviolata“ herrscht die Marquesa mit strenger Hand über die Landarbeiter. Lazzaro ist einer von ihnen, ein junger Mann, so gutmütig und hilfsbereit, dass er nicht von dieser Welt zu sein scheint. Eines Tages kommt Tancredi, Sohn der Marquesa, der an seiner Mutter so sehr leidet wie am Landleben in „Inviolata“. Zwischen Tancredi und Lazzaro entwickelt sich eine seltsame, ungleiche Freundschaft, die Lazzaros Leben verändert und ihn wundersam durch die Zeiten trägt, wie ein Fragment der Vergangenheit in der modernen Welt. LAZZARO FELICE ist ein politisches Manifest, ein Märchen über die Geschichte Italiens der letzten fünfzig Jahre, ein Lied. Wunderbar leuchtend gefilmt gewann der Film 2018 die Goldene Palme in Cannes für das Beste Drehbuch.

Mo. 06.05.2019 / 20:15

THE HUMAN SCALE OmU

Ein Film, der das menschliche Maß real wie metaphorisch entdeckt.

© 2013 Filmwelt

Thema ist die städtebauliche Konzeption des dänischen Architekten und Städteplaners Jan Gehl. Im Mittelpunkt der Planung steht der Mensch als Wesen, das bestimmte Bedürfnisse im Lebensraum befriedigen will und nicht das Transportmittel Auto. Gehls Ziel ist es, die Lebensqualität der Menschen als Bewohner der Städte zu erhöhen. Der Film betrachtet in fünf Kapiteln verschiedene Metropolen der Welt, in denen versucht wird, diese Konzeptionen umzusetzen.

Mo. 06.05.2019 / 19:00

STADTUTOPIEN IV: STADT UND MAßSTAB

Vortrag und Film in Kooperation mit der VHS zum Thema „Stadt im Fluss“.

© 2013 Filmwelt

„Urban zu leben hat etwas damit zu tun, dass man damit umgehen kann, vollkommen fremden Menschen zu begegnen.“ (Jan Gehl) An diesem Abend stellen wir zwei leidenschaftliche Plädoyers für eine näher an den Menschen und ihren Bedürfnissen orientierte Stadtplanung vor. Wir beginnen mit einem Vortrag von Meret Hoffmann über das kürzlich erschienene Buch „Die offene Stadt“ des Soziologen Richard Sennett. Anschließend zeigen wir nach einer kurzen Pause den Dokumentarfilm “The Human Scale”

Eintritt: 14€ für Vortrag und Film, buchbar über die VHS Kursnummer 505 Tel. 08191 128111 oder unter

https://www.vhs-landsberg.de/programm/gesellschaft/kurs/Stadtutopien+IV+Stadt+und+Massstab+Vortrag+und+Film/nr/P5005/bereich/details/kat/58/#inhalt

Eintritt: 7€ für den Dokumentarfilm an der Theaterkasse im Foyer ab 19:30 Uhr

So. 05.05.2019 / 11:00

CHRISTO – WALKING ON WATER OmU

„Unsere Werke sind nutzlos, wir schaffen sie, weil wir sie gerne erleben möchten.“

© 2019 Filmagentinnen

Der bulgarisch-amerikanische Künstler Christo ist bekannt für seine Aufsehen erregenden Installationen, wie etwa die Reichstagsverhüllung in Berlin. Seine spektakulären „Floating Piers“ im norditalienischen Iseo-See zogen im Sommer 2017 mehr als eine Million Menschen an. Fasziniert von seiner Idee „über Wasser zu wandeln“ spazierten Besucher aus aller Welt über drei Kilometer lange schwimmende Stege, die mit orange-gelb schimmerndem Gewebe überzogen waren. Im Stil von Cinéma Vérité blickt die faszinierende Doku des bulgarischen Regisseurs Andrey M. Paouvnov hinter die Kulissen  und verfolgt die turbulente Entstehungsgeschichte dieses gigantischen Projekts samt Hürden, Erfolgen und Widerständen. Dabei entsteht ein feinfühliges Porträt des legendären Ausnahmekünstlers. Ein sehr sinnliches Kinoerlebnis, nicht nur für Kunstliebhaber.