Di. 14.01.2020 / 20:00

TATIS MEIN ONKEL (MON ONCLE)

Wunderbare Satire, die die sterile und automatisierte moderne Welt karikiert.

© Studiocanal

Der Neunjährige Gérard lebt mit seinen Eltern in einem modernen Haus in einem Neubaugebiet, was für ihn ziemlich langweilig ist. Sein Vater ist Direktor einer Kunststofffabrik, seine Mutter kümmert sich hingebungsvoll um den automatisierten, klinisch reinen Haushalt. Gérards bester Freund ist sein Onkel. Der Junggeselle wohnt in einem verschachtelten Haus in einem Altstadtviertel. Hulot holt Gérard regelmäßig von der Schule ab und bringt ihn zu einer Gruppe gleichaltriger Jungen. Sie spielen gemeinsam auf der Straße und veranstalten Streiche und Dinge, die ihnen Spaß machen. Nach den Ausflügen mit seinem Onkel ist Gérard bisweilen so verschmutzt, dass ihn seine Mutter beim Empfang in ihrer sterilen Wohnung nur mit Gummihandschuhen anfasst und ihn noch in der Kleidung unmittelbar unter die Dusche stellt. Eine mit augenzwinkernder Ironie und kritischer Lust erzählte Filmgeschichte, die dem kalten Komfort des materialistischen Lebens mit Humor und schmunzelnder Lebensweisheit begegnet. Monsieur Hulot, der lebensklug-weltfremde Held, nimmt sich seines Neffen an, dessen Eltern Hulots perfekte Antithese sind: reiche, modernistische Snobs, Roboter des technisierten Zeitalters. Man bedenke: Jacques Tati drehte den Film 1958 – vor mehr als 60 Jahren! Er bekam 1958 den Sonderpreis der Jury auf den Filmfestspielen in Cannes und wurde 1959 mit dem Oscar als bester fremdsprachlicher Film ausgezeichnet.