Mo. 11.11.2019 / 20:00

SYNONYMES

Ein Israeli flüchtet nach Paris, um eine neue Identität anzunehmen.

© 2019 grandfilm

Sein Land hat Yoav nach dem Militärdienst verlassen und ist, vor allem dem Mythos Paris als Hauptstadt der Kultur wegen, nach Frankreich gekommen. In einer leeren Wohnung findet er Unterschlupf, als er badet wird ihm sein ganzer Besitz gestohlen, nackt rennt er durchs Treppenhaus, bricht zusammen – und wird von einem jungen, bourgeoisen Paar gerettet. Emile und Caroline sind das Klischee eines Pariser Künstlerpaares: Dank dem reichen Vater wohnen sie in einem mondänen Appartement. Emile schreibt an einem Roman und trinkt viel Rotwein. Caroline spielt die Oboe. Fasziniert von Yoav, von seinem wilden Geist, seinem nackten Körper, geben sie ihm Geld und Kleidung, vor allem einen senffarbenen Mantel, den Yoav kaum einmal ablegen wird. Bei der israelischen Botschaft bekommt er einen Job als Sicherheitsbeamter, den er nach wenigen Tagen verliert, als er Wartende ohne Kontrolle in die Botschaft lässt und „Es gibt keine Grenzen“ skandiert. Ein anderer Israeli sieht überall Antisemitismus, den er durch Provokationen geradezu heraufbeschwören will. Schließlich will sich Yoav einbürgern lassen und nimmt an einem Integrationskurs teil. Mit dem Erfolg, dass er nicht mehr die martialische israelische Hymne singen muss, sondern die ebenso blutrünstige französische. „Synonymes“ wurde auf der Berlinale 2019 mit dem Goldenen Bären für den besten Film des Wettbewerbs ausgezeichnet.