Mo. 04.03.2019 / 20:00

“25 km/h” EIN LEBENSTHERAPEUTISCHES ROADMOVIE

Die Tragikomödie mit Herz und Humor erhielt 2018 den Ernst-Lubitsch-Preis.

© Sony Pictures Releasing GmbH

Dass Jungs im Vergleich zu Mädchen leicht entwicklungsverzögert durchs Leben stolpern, ist wissenschaftlich bewiesen. Dass dieser Zustand oft bis ins hohe Erwachsenenalter anhält, kann man regelmäßig in Filmen besichtigen – dort wimmelt es vor lüsternen Egomonstern, Null-Checkern oder Fettnäpfchen-Tretern. In gleich zweifacher Ausfertigung kriegt man diese Spezies Mann in “25 km/h“ präsentiert, was furchtbar kling, es aber überhaupt nicht ist. Denn diese Tragikomödie vereint so viel Herz und Humor, wie man es nur selten im deutschen Unterhaltungskino zu sehen bekommt, zumal präsentiert sie mit Lars Eidinger und Bjarne Mädel in den Hauptrollen ein echtes Dream-Team. Die beiden spielen zwei Brüder, die sich nach Jahrzehnten auf der Beerdigung ihres Vaters wiedersehen. Während der eine in die Welt hinauszog und Karriere machte, blieb der andere im Heimatort und wurde Tischler. Als Teenager träumten sie von einer Tour durch Deutschland, sie wollten Frauen flachlegen, schlafende Kühe auf der Weide umschmeißen und in die Ostsee pinkeln. Ein klarer Fall von Entwicklungsverzögerung, doch jetzt haben die Mittvierziger das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Also schwingen sie sich auf ihre alten Mofas und knattern mit 25 Stundenkilometern los…