Di. 04.06.2019 / 20:00

1900 / TEIL II: KAMPF-LIEBE-HOFFNUNG

Ein eindringliches Filmerlebnis, ein Meilenstein der Filmgeschichte.

Images courtesy of Park Circus /MGM Studios

Die Verhältnisse auf dem Landgut sind mittlerweile unruhig: Giuseppe, Alfredos Vater, weist Lohnforderungen zurück und führt Landmaschinen ein, die von den Arbeiterinnen und Arbeitern als Bedrohung gesehen werden. Ein Streik während der Erntezeit demonstriert dem Gutsherrn, dass er im Frühstadium der landwirtschaftlichen Mechanisierung noch völlig von seinen Beschäftigten abhängig ist. Die Arbeiterschaft ist nun zunehmend politisiert durch die „Lega“, die Organisation der Arbeiterbewegung, für die Olmos Frau Anita als Lehrerin arbeitet. Rote Fahnen und Hammer-und-Sichel-Symbole zeigen die kommunistische Ausrichtung an. Man ruft die Polizei gegen die Streikenden. Doch die berittene Truppe bricht einen Angriff auf das Haus eines der Streikführer ab, als sich Frauen und Kinder in den Weg stellen. Es wird eine Schlüsselszene in Bertoluccis Darstellung der Herkunft des Faschismus: Die Gutsherren kaufen sich die faschistischen Schläger, um den Sozialismus der Arbeiter zu bekämpfen. Attila wird zum Anführer der Schwarzhemden. Die Landarbeiter verjagen die Schwarzhemden. Attila wird erschossen. Mit einem Regenbogen über einer Frühlingslandschaft wird der „Tag der Befreiung“ vom Faschismus groß inszeniert. Man sah selten (oder nie!) eine so intensive und engagierte Filminszenierung: Überragende Schauspieler, eine grandiose Kamera, eine großartige Filmmusik, ein wahrhaft großes Filmkunstwerk.